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  • Annette Stratmann

Der Vagusnerv

Aktualisiert: 19. Feb.

Ein Gastartikel von Annette Stratmann


Ratgeber über den Vagusnerv füllen ganze Regale im Buchhandel, in vielen Zeitschriften findet man Artikel über diesen Nerv. Was hat es damit auf sich? Und warum nennt man ihn

den Selbstheilungsnerv?


Wir haben mehr und mehr erkannt, welche große Rolle er für uns spielt, wenn es darum geht, einen Ausgleich zu unserer Schnelllebigkeit und herausfordernden Weiterentwicklung zu finden. Unser Nervensystem hat sich nicht so schnell entwickelt wie unsere Technik.

Wir reagieren zum Beispiel immer noch auf alte Weise auf Bedrohung, nämlich mit einem schnell schlagenden Herzen, auch wenn wir gar nicht wegrennen können.

Daher ist es sehr sinnvoll, den Körper dort abzuholen und manchmal kann er etwas „Nachhilfe“ in seiner eigenen Gebrauchsanweisung ganz gut gebrauchen.


Der Vagusnerv ist wie der Hauptschalter im Sicherungskasten.

Wenn er nicht „drin“ ist, läuft nichts in Sachen Reparatur, Heilung, Immunsystem, ruhiger Atmung, ruhigem Herzschlag, Kommunikation und Kontakt.

Und anders herum: wenn er läuft, können wir mit unserem großartigen System der Erneuerung sehr viele Störungen zur Heilung bringen.


Der Körpertherapeut Stanley Rosenberg hat durch langjährige Beobachtungen und Erfahrung Übungen entwickelt, die den Vagusnerv aktivieren. Er hat versucht, Lösungen zu finden, um sich selbst und anderen zu helfen aus Stressmustern heraus zu kommen, wenn allein das tiefe Atmen und das in die Natur gehen nicht mehr ausreichen.

Die Übungen sind aus seinen manuellen Behandlungen entstanden. Das macht sie so besonders.


Die Erkenntnisse der Polyvagaltheorie sind hier zusätzlich sehr hilfreich. Sie belegen, dass es mehrere Anteile im Nervensystem gibt, sozusagen für jede Bedrohung eine Strategie. Doch da dies autonom abläuft, haben wir darauf keinen Einfluß. Wir können besser darin werden, zu registrieren, wo wir stehen und uns dann Entwicklungshilfe geben. Der erste Schritt ist es zu registrieren, wo wir überhaupt stehen.


In meiner Fortbildung zum Vagusnerv lernen Menschen etwas über die Polyvagaltheorie und über die Übungen von Stanley Rosenberg, natürlich auch die Übungen selbst.

Wenn man das „Warum“ weiß, geht das „Wie“ so viel leichter und die Übungen erreichen uns in einer tieferen Ebene.


Wir können diese Übungen als Türöffner bezeichnen, da alles, was wir danach machen, tiefer und wirksamer im Körper ankommen und aufgenommen werden kann. So sind diese Übungen sehr wertvoll und hilfreich vor und während Yoga, Meditation, Gesprächs- und Physiotherapie, um deren heilsame Wirkung zu verstärken und auch als reine Selbsthilfetechniken im Alltag sehr unterstützend.


Da manche Techniken aus den Behandlungen Rosenbergs entstanden sind, üben wir manchmal (nach Einverständnis) auch zu zweit. Die Griffe prägen sich so besser ein, damit man sie am Ende auch gut an sich selbst anwenden kann.

Ich, Annette Stratmann, hatte das große Glück, Stanley Rosenberg persönlich zu treffen und von ihm zu lernen. Er ist im Januar 2023 gestorben und hinterläßt uns einen großen Schatz. Er hat mich autorisiert und gebeten, dieses Wissen in die Welt zu tragen.

Das tu ich gern und voller Begeisterung.










Annette Stratmann


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