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Yoga & Trauma, Warum traumasensibles Unterrichten wichtig ist

  • Autorenbild: Lisa Bröcker
    Lisa Bröcker
  • 23. Juli
  • 2 Min. Lesezeit
Eine Tänzerin liegt in einem von Sonnenstrahlen durchfluteten Raum auf dem Boden und streckt anmutig einen Arm in die Luft. Die warme Beleuchtung erzeugt ein Gefühl der Ruhe und Introspektion.
Eine Tänzerin liegt in einem von Sonnenstrahlen durchfluteten Raum auf dem Boden und streckt anmutig einen Arm in die Luft. Die warme Beleuchtung erzeugt ein Gefühl der Ruhe und Introspektion.

Yoga gilt als Raum für Entspannung, Körperwahrnehmung und Ruhe. Für viele Menschen stimmt das auch. Gleichzeitig bringt jede Gruppe unterschiedliche Lebensgeschichten mit auf die Matte – für Menschen mit Trauma-Erfahrungen können bestimmte Situationen im Unterricht wie Stille, geschlossene Augen oder bestimmte Körperhaltungen sich unangenehm auswirken. Dabei kannst du deinen Teilnehmenden nicht ansehen, was sie erlebt haben. Du kannst aber davon ausgehen: In jeder Yogastunde sitzen wahrscheinlich auch Menschen mit belastenden Lebenserfahrungen auf der Matte – ob du davon weißt oder nicht.


Genau hier setzt Traumasensiblität im Yoga an. Es bedeutet nicht, dass du zur Therapeutin oder zum Therapeuten wirst. Es bedeutet, deinen Unterricht so zu gestalten, dass er mehr Wahlfreiheit und Selbstwirksamkeit zulässt und so das Wohlbefinden stärkt – und damit allen Teilnehmenden einen guten, stimmigen Zugang zur eigenen Körperwahrnehmung ermöglicht wird.

 

Was traumasensibles Yoga ausmacht

Traumasensibles Yoga ist speziell auf Menschen mit Trauma-Erfahrungen ausgerichtet. Hier geht es darum, ganz gezielt einen abgestimmten Rahmen zu bieten, in dem besonders achtsam und behutsam der Kontakt zum eigenen Körper gestärkt werden kann.


Ein zentraler Baustein dabei ist die Regulation des Nervensystems:

Traumasensibles Yoga schafft Bedingungen, in denen das Nervensystem wieder mehr in Balance finden kann und wo der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung auf körperlicher Ebene geübt wird. Bewegung wird dabei bewusst ohne Leistungsorientierung angeboten, es geht nicht um die "richtige" Ausführung einer Haltung, sondern darum, auf eigene, stimmige Weise in Bewegung zu kommen, ohne Druck oder Bewertung. Genau das schafft Raum, um Schritt für Schritt mehr Sicherheit und innere Stabilität zu finden.


Drei kleine Änderungen, die deinen Yogaunterricht traumasensibler werden lassen

Als Yogalehrer:in kannst du schon mit kleinen Änderungen in deinem Unterricht großen Einfluss auf die Traumasensibilität nehmen. Hier sind drei einfache Beispiele:


1. Augen geöffnet oder geschlossen

Lass deine Teilnehmenden wählen, ob sie z.B. zum Ankommen oder im Savasana die Augen geöffnet oder geschlossen lassen möchten. Die Wahlfreiheit hier kann schon einen entscheidenden Einfluss auf das Sicherheitsgefühl im Unterricht haben.


2. Berührung nur nach Abfrage

Viele Studios arbeiten bereits mit Symbolen oder Karten für "Berührung ja/nein". Das ist ein guter erster Schritt. Noch etwas traumasensibler wird es, wenn zusätzlich vor jeder einzelnen Berührung eine kurze, konkrete Ansprache erfolgt ("Ist es okay, wenn ich meine Hand auf deine Schulter lege?"). So kommt die Berührung nicht überraschend und die Person kann nochmal prüfen, ob es gerade wirklich für sie passt.


3. Position im Savasana frei wählen lassen

Die Endentspannung mit langer Rückenlage und geschlossenen Augen kann für manche Menschen mit Trauma-Erfahrungen eher zu Anspannung als zu Entspannung führen. Ein einfacher Baustein: lass deine Teilnehmenden ihre Position im Savasana frei wählen - Rückenlage, Seite, Bauch…lass sie das finden, was sich in dem Moment möglichst stimmig und angenehm anfühlt.


Diese drei Punkte verändern die Grunddynamik des Unterrichts: von "ich leite dich an" zu "ich lade dich ein, selbst zu wählen". Genau diese Wahlmöglichkeit ist einer der zentralen Bausteine traumasensiblen Unterrichtens – und genau darauf bereitet dich unsere Fortbildung praxisnah vor.

 

Du möchtest gerne mehr darum lernen, wie Yoga Menschen mit Trauma-Erfahrungen unterstützt und wie du deinen Unterricht traumasensibel gestalten kannst? Dann bist du genau richtig bei unserer Fortbildung Yoga & Trauma.




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